OeNB-Exportindikator

Exporterholung setzt sich zu Jahresbeginn fort

Ergebnisse des OeNB-Exportindikators vom März 2017

14.03.2017

  • Im Dezember 2016 sind die nominellen Güterexporte – wie auch schon im November – kräftig gestiegen. Gegenüber dem Vormonat betrug der saison- und arbeitstägig bereinigte Anstieg 2,8 % (November: +2,5 %). Da die Exporte zwischen November 2015 und Oktober 2016 stetig gesunken sind, spiegelt sich dieser Anstieg im Dezember im Vorjahresvergleich jedoch nicht wider (+0,1 %). Im Gesamtjahr 2016 sind die nominellen Güterexporte – wie schon vom Exportindikator vom Jänner prognostiziert – um 0,2 % gesunken.

  • Eine regionale Betrachtung zeigt, dass die Exportentwicklung im Jahr 2016 vor allem durch die Ausfuhren nach Deutschland (+1,5 %) getragen wurde, während die Ausfuhren in den restlichen Euroraum leicht zurückgingen (-0,9 %). Besonders schwach entwickelte sich der Güterhandel mit Frankreich (-9,2 %), Kroatien (-6,8 %), der Türkei (-5,7 %), Polen (-5,5 %) und den USA (-3,9 %). Nach Gütergruppen zeigt sich, dass die Exporte von Brennstoffen und Energie aufgrund sinkender Energiepreise zurückgingen. Darüber hinaus dämpften die Exporte von bearbeiteten Waren und von Maschinen das Exportwachstum. Die anderen Gütergruppen expandierten zwar, verloren gegenüber dem Jahr 2015 jedoch an Dynamik.

  • Die aktuellen Ergebnisse des auf LKW-Fahrleistungsdaten basierenden OeNB-Exportindikators signalisieren für Jänner und Februar 2017 ein anhaltend hohes Exportvolumen. Die saison- und arbeitstägig bereinigte Exportreihe verharrt auf dem Niveau der Monate November und Dezember; dies schlägt sich in Jahreswachstumsraten von knapp drei Prozent nieder. Bedingt durch Arbeitstagseffekte (der Jänner 2017 hat um zwei Arbeitstage mehr, der Februar um einen Arbeitstag weniger als der jeweilige Vorjahresmonat) kommt es im Jänner zu einem Anstieg der unbereinigten Exporte um 7,5 %, im Februar um 1,0 %.

  • Neben der LKW-Fahrleistung signalisiert insbesondere die stark verbesserte Einschätzung der Exportauftragseingänge durch die Unternehmen eine weitere Stärkung der Exportkonjunktur in den kommenden Monaten. Sowohl die Umfrage der Europäischen Kommission zu den Exportauftragseingängen als auch jene im Rahmen des Bank Austria Einkaufsmanagerindex zeigen in den jüngsten Monaten einen signifikanten Aufwärtstrend.

Tabelle 1: LKW−Fahrleistung und Güterexporte  
  LKW−Fahrleistung Güterexporte, nominell LKW−Fahrleistung Güterexporte, nominell
  Veränderung zum Vorjahr in %
  Nicht bereinigt Saison− und arbeitstägig bereinigt
 
2016M08 11,0 3,5 5,0 −2,3
2016M09 4,3 −1,2 4,6 −1,0
2016M10 0,8 −4,4 4,4 −1,3
2016M11 5,1 −0,9 2,6 −3,4
2016M12 5,6 0,1 8,9 2,9
2017M01 7,5 7,5 3,1 2,8
2017M02 −1,2 1,0 −0,5 2,5
 
2016Q1 4,6 0,9 5,0 1,5
2016Q2 6,9 2,4 5,6 1,2
2016Q3 4,0 −2,5 4,7 −2,0
2016Q4 3,7 −1,8 5,3 −0,6
 
2015 2,1 2,7 2,0 2,6
2016 4,8 −0,2 5,2 0,0